Alle Welt spricht vom Fachkräftemangel. Davon, dass hoch qualifizierte Mitarbeiter in vielen Branchen zunehmend zur Mangelware werden. Die Folge: Steigende Gehälter. Aber stimmt das auch? Ja, sagt der aktuelle Gehaltsreport 2017. Demnach verdienen deutsche Fach- und Führungskräfte im laufenden Jahr durchschnittlich 5.000 Euro mehr als noch im Jahr 2016.

Inhalt
1. Deutsche Fach- und Führungskräfte verdienen durchschnittlich 57.150 Euro brutto
2. Studieren lohnt sich (wieder)!
3. Gender-Pay-Gap: Ärztinnen verdienen 30 Prozent weniger als männliche Kollegen
4. Top oder Flop? Gehaltsstrukturen nach Branche
5. Und wie sieht das mit den Bundesländern aus?
6. Kleine bis große Gehaltsunterschiede zwischen kleinen bis großen Unternehmen

Deutsche Fach- und Führungskräfte verdienen durchschnittlich 57.150 Euro brutto

Jedes Jahr aufs Neue sorgt der StepStone Gehaltsreport bundesweit für Schlagzeilen. Hier prangt schwarz auf weiß die ungeschönte Wahrheit zu den Gehältern in Deutschland, den Auswirkungen des Fachkräftemangels und der Über- beziehungsweise Unterbezahlung ganzer Berufsgruppen. Im Gehaltsreport 2016 kam StepStone auf ein Jahresdurchschnittsgehalt von 52.000 Euro brutto für Fach- und Führungskräfte. So sahen die Zahlen im Jahr 2016 aus:

Infografik: So viel wird in den Bundesländern verdient | Statista
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Doch im Zuge des zunehmenden Fachkräftemangels müsste das Gehalt für Fach- und Führungskräfte stetig ansteigen, so zumindest die Theorie. Und tatsächlich kommt StepStone im Gehaltsreport 2017 auf einen durchschnittlichen Bruttojahresverdienst von 57.150 Euro. Das deutsche Durchschnitteinkommen der Fach- und Führungskräfte ist damit innerhalb des letzten Jahres um mehr als 5.000 Euro gestiegen.

Studieren lohnt sich (wieder)!

Zu den großen „Gewinnern“ gehören vor allem studierte Berufe, angeführt von den Medizinern (79.538 Euro) und Juristen (74.013 Euro). Doch auch Ingenieure können sich mit einem Durchschnittsgehalt von 70.288 Euro brutto pro Jahr gewiss nicht beschweren. Weitere Ergebnisse des Gehaltsreports 2017 lauten: Ein Bruttojahresgehalt von

  • 66.954 Euro erhalten Naturwissenschaftler.
  • 65.404 Euro erhalten Fachkräfte der BWL, VWL oder Wirtschaftswissenschaften.
  • 55.204 Euro erhalten Psychologen.
  • 50.000 Euro erhalten Lehrer.
  • 45.116 Euro erhalten Erziehungswissenschaftler und Sozialpädagogen.

Die Top-Verdiener liegen damit fast 35.000 Euro über den Erziehungswissenschaftlern und Sozialpädagogen – trotz Studium. Und das ist nicht die einzige erschreckende Erkenntnis des Gehaltsreports 2017…

Gender-Pay-Gap: Ärztinnen verdienen 30 Prozent weniger als männliche Kollegen

…denn je höher die Gehälter in einer Branche, umso markanter die Gender-Pay-Gap. Bei den Medizinern verdienen Frauen ganze 30 Prozent weniger als vergleichbar qualifizierte Männer. Damit gehört die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern zu den größten in Europa.

Infografik: So viel verdienen Frauen weniger | Statista
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Selbst in „klassischen Frauenberufen“, wie der Pflege, sind Frauen durchschnittlich 20 Prozent schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen. Das Fazit zur Gender-Pay-Gap lautet auch im Gehaltsreport 2017 daher leider: Die Lücke schließt sich (noch) nicht!

Top oder Flop? Gehaltsstrukturen nach Branche

Doch nicht nur Studiengang oder Geschlecht entscheiden über die Höhe des Gehalts, sondern auch zwischen den verschiedenen Branchen gibt es große Unterschiede. Zu den Top-Verdienern gehören demnach Fach- und Führungskräfte in der

  • Chemie- und erdölverarbeitenden Industrie (68.214 Euro),
  • Pharmaindustrie (67.675 Euro) sowie
  • Luft- und Raumfahrt (67.578 Euro) und
  • Automotive (67.419 Euro).

Nur etwa die Hälfte verdienen hingegen die Flop-Branchen des Gehaltsreports 2017, angeführt vom

  • Handwerk (37.625 Euro),
  • der Hotellerie und Gastronomie (39.091 Euro) sowie
  • dem Bereich Bildung und Training (40.430 Euro).

Und wie sieht das mit den Bundesländern aus?

Schließlich sollen die Gehälter in den neuen Bundesländern durchschnittlich niedriger sein als jene in den alten Bundesländern. Konnte der Gehaltsreport 2017 das bestätigen? Ja, denn das durchschnittliche Jahresbruttogehalt ist in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt tatsächlich mit 41.000 bis 47.999 Euro bundesweit am niedrigsten. Auf dem zweiten Rang befindet sich der Nordwesten mit 48.000 bis 54.499 Euro in Niedersachen und Schleswig-Holstein. Doch auch Berlin macht einen „Abstecher“ in dieses durchschnittliche Jahresbruttogehalt. 54.500 bis 58.999 Euro brutto pro Jahr erhalten Fach- und Führungskräfte in

  • Hamburg,
  • Bremen,
  • Rheinland-Pfalz und
  • dem Saarland.

Und die Topverdiener sind wenig überraschend

  • Baden-Württemberg,
  • Bayern,
  • Hessen und
  • Nordrhein-Westfalen.

Hier verdienen Fach- und Führungskräfte jährlich im Durchschnitt 59.000 bis 62.999 Euro brutto.

Kleine bis große Gehaltsunterschiede zwischen kleinen bis großen Unternehmen

Und zuletzt wirkt sich auch die Größe des Unternehmens auf die Höhe des Durchschnittsgehalts von Fach- und Führungskräften aus. Wenig überraschend, sind die Gehälter höher, je größer das jeweilige Unternehmen ist:

Branche Bruttodurchschnittsgehalt pro Jahr in € inkl. variabler Anteile
Unternehmen mit <501 Mitarbeitern Unternehmen mit 501-1.000 Mitarbeitern Unternehmen mit >1.000 Mitarbeitern
Jura 51.625 69.417 78.947
Ingenieurwesen 58.741 64.332 72.531
Versicherungswesen 50.291 58.304 61.409
Naturwissenschaften 50.067 53.849 63.318
Marketing 46.771 53.085 63.051
Handwerk 36.161 41.537 43.807
Pflege 32.638 37.415 41.798

 

Einzige Überraschung sind auch hier die Top-Verdiener, nämlich die Mediziner. Als einzige Berufsgruppe verdienen diese nicht in den größten Unternehmen am meisten, sondern mit durchschnittlich 90.194 Euro in KMUs mit 501 bis 1.000 Mitarbeitern. „Nur“ 83.570 sind es hingegen bei Großunternehmern mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Durchschnittlich 79.434 Euro brutto pro Jahr verdienen Ärzte in Kleinunternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern.

TIPP: Gehaltsrechner – Verdienen Sie, was Sie verdienen?

Welche Zahlen des aktuellen StepStone Gehaltsreports 2017 haben Sie am meisten verblüfft? Fühlen Sie sich in Ihrem Beruf angemessen, über- oder unterbezahlt? Wie bewerten Sie die Entwicklung der Gender-Pay-Gap? Teilen Sie Ihre Gedanken zum Thema mit uns in den Kommentaren!