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„Immobilienmakler bieten Vermietungen in der Regel unter den Selbstkosten an“

In Immobilienfinanzierung, Immobilieninvestoren, Mietkauf, Mietkauf, Immobilienfinanzierung, Immobilieninvestoren, on Mai 18, 2017 at 9:06 am

„Immobilienmakler bieten Vermietungen in der Regel unter den Selbstkosten an“
17. Mai 2017

„Immobilienmakler bieten Vermietungen in der Regel unter den Selbstkosten an“

Wie kommen Immobilienmakler in Zeiten von Regulierung, Digitalisierung und rasant steigender Immobilienpreise zurecht? ImmoCompact fragt nach bei deutschen Immobilienmaklern. Diesmal im Gespräch: Marco Feindler, Gesellschafter und Geschäftsführer der HW Heidelberger Wohnen GmbH.

Herr Feindler, was zeichnet Ihrer Meinung nach einen starken und zukunftsfähigen Immobilienmakler aus?

Die digitalen Geschäftsmodelle werden verstärkt auch in diesem Bereich Einzug halten. Heute schon sind 10% der von uns vermittelten Immobilien über Leadgeneratoren wie Homeday, Realbest, etc. an uns vermittelt. Diese digitalen Geschäftsmodelle werden, auch bedingt durch immer stärkere Nutzung des Internets, weiterhin stark wachsen. Es ist essenziell für einen Immobilienmakler bzw. Verwalter hier diesen Bereich nicht zu vernachlässigen. Insgesamt werden die Präsenz im Internet und das “gefunden” werden zukünftig immer wichtiger werden. Auch der interne Einsatz von soviel Automatisation wie möglich für einfache Verwaltungsaufgaben ist extrem wichtig. Der Auftritt in den Sozialen Medien und eine Kommunikation mit den Kunden über mehrere Kanäle werden zunehmend relevant und von den Kunden erwartet.

Das Angebot der Deutsche Leibrenten Grundbesitz AG

Daneben erwarten die Kunden einen optimalen Service, gut vorbereitete Unterlagen und einen “Dienstleister”. Eigenschaften wie Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit aber auch alleine schon Zusagen einzuhalten bestimmen den langfristigen Erfolg. Gerade wenn man wie wir regional aufgestellt ist, partizipiert man davon zunehmend, insbesondere durch Kundenempfehlungen und wiederkehrendes Geschäft von Stammkunden.

Wie stark verändert das Bestellerprinzip die deutsche Immobilienwirtschaft?

Nach der Einführung des Bestellerprinzips bei Vermietungen sind viele Vermieter dazu übergegangen, selbst zu vermieten. Immobilienmakler bieten Vermietungen in der Regel unter den Selbstkosten an, damit der Kontakt zu einem Kunden nicht abreist und man später ggf. wenn die Immobilie verkauft wird, den Auftrag erhält. Viele kleinere Makler, sind bereits wegen des Bestellerprinzips nicht mehr am Markt und mussten aufgeben. Vermieter, die wenig Erfahrung mit den Auswahlkriterien von Mietern haben, klagen teilweise über Mietnomaden, die dann erhebliche Kosten verursachen.

Einige verkaufen deshalb Ihre Immobilien, da sie das nicht noch einmal erleben wollen. Die vermietete Immobilie als Altersvorsorge ist für diese Personengruppe keine Alternative mehr. Diese Veränderung des Marktes, die doch sehr tiefgreifend war, hat vor allem die kleinen Makler getroffen und damit die größeren Player am Markt gestärkt. Die Makler werden dadurch aber auch gezwungen, sich mehr um den Kunden zu kümmern und zum Dienstleister zu werden. Reputation, Kundenzufriedenheit, Weiterempfehlungen werden damit immer wichtiger, was letztlich aber auch dem Ruf des Immobilienmaklers langfristig hilft. Die Einführung des Bestellerprinzips auf die Immobilienverkäufe sehe ich aktuell eher kritisch, denn die Branche hat sich bisher noch nicht stark erholen können und gerade mit der Einführung des Sachkundenachweises steht dieses Jahr eine weitere Hürde an, die zu nehmen ist. Beides auf einmal in 2017/2018 zu ändern, halte ich für zu problematisch.

Befindet sich der deutsche Immobilienmarkt in einer Blase?

Ich sehe hier regionale Übertreibungen, gerade in stark nachgefragten Lagen und insbesondere bei den Verkaufspreisen von Neubauimmobilien. Es gibt hier die eine Zielgruppe, die Kauft und die Immobilie selbst bewohnen will und den Kapitalanleger. Für beide werden hier die Immobilienpreise dann zum Problem, wenn die Zinsen steigen und auf dem Markt wieder die Verkäufe zunehmen. Hier sehe ich die Gefahr, dass schnell ein Überangebot von Immobilien entstehen wird, denn teilweise sind gerade viele Immobilien mit der Spekulation auf Wertzugewinn gekauft. Die zu erzielenden Mietpreise und die sich daraus ergebende Rendite macht schon jetzt keinen Sinn mehr für eine langfristige Buy and Hold Strategie. Aus meiner Sicht betrifft es aber eher aktuell die Neubauimmobilien. Im Bereich der gebrauchten Immobilien (älter als zehn Jahre) stehen die Kaufpreise zu Mieten noch in einem sinnvollen Verhältnis. Und gerade hier sehe ich keine Blase. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, aber das ist nicht die Regel.

Ist die Digitalisierung eher Chance oder Gefahr für die mittelständische Immobilienwirtschaft?

Die Digitalisierung begreife ich als Chance. Gerade die Möglichkeit der Automatisierung von einfachen Verwaltungsaufgaben schaffen nach Umsetzung neue Freiräume, die man dazu nutzen kann, sich auf andere Teilbereiche die deutlich komplexer sind, sich noch stärker zu fokussieren. Aber diese Freiräume kann man dann auch für die Umsetzung von Ideen nutzen, für die bisher leider keine Zeit war. Insgesamt sehe ich die Entwicklung positiv und nutze auch schon so viele Tools wie möglich, um meine Prozesse besser zu organisieren, zu optimieren und deren Qualität zu steigern. Dies führt bereits jetzt schon zu einer messbaren Kundenzufriedenheit und wird auch in Zukunft dazu beitragen, dass das Unternehmen den Marktanteil weiter ausbauen kann.

Wie stehen Sie zu den geplanten Berufszulassungsregeln?

Grundsätzlich halte die die Berufszulassungsregeln für wichtig – gerade auch deshalb, weil in diesem Bereich Fehler den Kunden schnell viel Geld kosten können. Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, wenn Arbeiten von Fachmännern als von Laien ausgeführt werden, die teilweise das das erste Mal durchführen. Das lässt sich aber auf jede Branche übertragen. Die aktuelle Umsetzungsplanung halte ich jedoch für nicht gelungen. Es wird immer wieder angeführt, dass es gerade deshalb nötig ist, weil so viele Fehler passieren. Aber genau die Unternehmen, die hier und heute diese Fehler machen, möchte man per Bestandsschutz eine Ausnahmeregelung zugestehen, dass diese den Nachweis nicht erbringen müssen. Hier stellt sich für mich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Ausnahme. Es wäre zielführender alle Unternehmen auf dem Markt zur Sachkundeprüfung zu verpflichten. Gerade wenn alte Unternehmen “diese Sachkunde schon haben” wären der Aufwand der Prüfung für diese Unternehmen minimal. (mh)

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