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Sparkasse kündigt Prämiensparverträge………..

In Immobilienfinanzierung, Immobilieninvestoren, Mietkauf, Mietkauf, Immobilienfinanzierung, Immobilieninvestoren, on Juli 27, 2017 at 1:02 pm

Mehrere Tausend Kunden sind davon betroffen. Viele wollen die Kündigung nicht einfach hinnehmen.

Von Peter Anderson

Wenn’s um Geld geht Sparkasse? Aber nur so lange die Bank damit kein Minus macht. Sollte das passieren, werden auch schon mal ein paar Tausend Altverträge beendet, so wie jetzt im Landkreis Meißen.

Wenn’s um Geld geht Sparkasse? Aber nur so lange die Bank damit kein Minus macht. Sollte das passieren, werden auch schon mal ein paar Tausend Altverträge beendet, so wie jetzt im Landkreis Meißen.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Für Helga Mehnert war es bislang jedes Jahr eine Freude, wenn der Brief mit den Informationen zum Prämiensparen von der Sparkasse kam. Die Rentnerin aus einem Dorf im Landkreis Meißen möchte ihren echten Namen lieber nicht in der Zeitung lesen, denn sie ist richtig schwer verärgert. 75 Euro hat sie in der Vergangenheit monatlich bei dieser speziellen Geldanlage eingezahlt. Die Zinsen fielen in letzter Zeit eher bescheiden aus. Aber die Prämie, die konnte sich mehr als sehen lassen: Am Ende jedes Jahres gab es auf die in den vorangegangenen zwölf Monaten angesammelte Summe einen Bonus von 50 Prozent, macht mithin 450 Euro. Mit diesem Geld konnte Helga Mehnert Weihnachtsgeschenke kaufen oder sich einen besonderen Wunsch erfüllen.

Nun jedoch sei damit plötzlich Schluss, berichtet sie bei einem Anruf in der Meißner SZ-Redaktion Anfang dieser Woche. Die Sparkasse Meißen beendete ihren Sparvertrag. Und dies nach rund 23 Jahren. Der Seniorin zufolge gehe es vielen ihrer Bekannten so. Sie habe versucht, sich die Kündigung von einem der Vorstände der Sparkasse Meißen telefonisch persönlich erklären zu lassen, sei jedoch nur zu einer Mitarbeiterin der Bank verbunden worden. Diese habe einen kompetenten Eindruck gemacht. „Die arme Frau hatte schon den ganzen Tag Beschwerden entgegennehmen müssen“, sagt Helga Mehnert.

Bei der Sparkasse Meißen bestätigt Sprecher Ralf Krumbiegel die Angaben der Senioren. Das Unternehmen beende eine mittlere vierstellige Anzahl erfüllter Sparverträge und habe die betreffenden Kunden darüber informiert, schreibt er auf eine Anfrage der SZ. Die Sparverträge seien über 15 Jahre alt und ursprünglich unbefristet gewesen. Nach diesen 15 Jahren hätten die Kunden das Sparziel erreicht. Damit ist aus Sicht der Bank der Vertragszweck erfüllt und die Beendigung mit angemessener Frist möglich. Dieses Recht nutze die Sparkasse Meißen und trenne sich von den unbefristet abgeschlossenen Verträgen. Befristet abgeschlossene Verträge seien davon nicht betroffen und würden bis zum Ende der Vertragslaufzeit fortgeführt.

Krumbiegel zufolge werden allen betroffenen Kunden alternative Anlagemöglichkeiten und Beratungsgespräche angeboten. Diese liefen derzeit. Die Sparkasse sei zu dem Thema auch im Kontakt mit der Verbraucherzentrale.

Zu den Gründen für das Aus der unbefristeten Prämiensparverträge verweist der Sprecher auf die lang anhaltende Niedrigzinspolitik. Dies verursache bei Sparanlagen mittlerweile Kosten. Beispielsweise berechne die Europäische Zentralbank für Anlagen einen Negativzins von aktuell minus 0,4 Prozent. Auf diese Entwicklung reagiere die Sparkasse Meißen.

Mit ihrem Vorgehen folgen die Meißner dem Beispiel weiterer Sparkassen in Sachsen. So sind bereits die Sparkassen Leipzig und Zwickau diesen Schritt gegangen. Einem Bericht der Chemnitzer Tageszeitung Freie Presse zufolge möchte die Sparkasse Muldental innerhalb der nächsten zwölf Monate nachziehen. Weitere Banken könnten folgen.

Der Verbraucherzentrale Sachsen beschert die Kündigungswelle einen sprunghaften Zuwachs an Nachfragen, so Referatsleiterin Andrea Heyer. Die Telefone klingeln unentwegt. Neue Mitarbeiter müssen hinzugezogen werden. Die meisten Anrufer möchten wissen, was sie tun können, um ihre über lange Jahre bedienten Verträge in der ursprünglichen Form zu behalten. In Zwickau sind nach Angaben der Verbraucherschützer die Abstimmungskarten für den Negativpreis „Prellbock“ vergriffen.

Als vorbildlich sehen die Finanzfachleute in der Verbraucherschutzzentrale Sachsen einen Kompromiss an, der mit der Sparkasse Leipzig gefunden wurde. Als Alternative bietet das Bankhaus der Messestadt an, die im Prämiensparen angelegten Gelder seiner Kunden bis Ende nächsten Jahres mit 1,1 Prozent zu verzinsen. Für 2017 soll es einen anteiligen Bonus geben. Damit seien die meisten Verbraucher zufrieden. Offenbar geht es bei den Gesprächen mit der Sparkasse Meißen darum, eine ähnliche Lösung zu erreichen.

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