maria hatzistefanis rodialMaria Hatzistefanis, die Gründerin und Vorsitzende von Rodial.Andrew Toth/Getty Images for Rodial

Maria Hatzistefanis hat im Laufe ihrer Karriere schon Hunderte Male eine Absage bekommen.

Seitdem sie 1999 Rodial — eine auf Hautpflege spezialisierte Firma — gegründet hat, hat sie von zahlreichen Geschäften, die ihr Produkt nicht verkaufen wollten, immer wieder ein „Nein“ bekommen. Doch 20 Jahre später sind Produkte von Rodial in mehr als 20.000 Geschäften in 35 Ländern erhältlich, darunter Ulta Beauty, Nordstrom, Bluemercury und Bloomingdales.

Den Erfolg hat Hatzistefanis genutzt, um ein Buch und einen eigenen Podcast auf den Markt zu bringen. Sie schaffte es sogar, ihrer Firma eine begehrte Kooperation zu mit Kylie Jenner zu verschaffen.

Hatzistefanis sagt, dass sie einen großen Teil ihres Erfolgs einer wichtigen Fähigkeit zu verdanken hat, die sie im Laufe der Jahre gelernt hat: Wie man ein „Nein“ in ein „Ja“ verwandelt. „Ich wurde immer von einem Nein weiter motiviert“, sagt Hatzistefanis gegenüber Business Insider. 

Selbstreflektion ist der Schlüssel zum Erfolg

Laut der Geschäftsführerin ist der Schlüssel zum Erfolg die Fähigkeit, darüber zu reflektieren, weshalb ihr abgelehnt wurdet. Hatzistefanis sah zu Beginn ihrer Karriere die Fehler bei einer Absage nie bei sich selbst und zweifelte sogar am Urteilsvermögen der anderen.

„Wenn ihr Jungunternehmer seid, wollt ihr die Abweisung am liebsten rückgängig machen, indem ihr sagt: ‚Oh nein, mein Produkt ist das beste und Sie liegen mit ihrer Einschätzung falsch‘“, sagt Hatzistefanis und fügt hinzu: „Doch ich habe gelernt, dass ihr nie eure Kontakte vergraulen solltet — auch dann, wenn es euch nicht gefällt, was die andere Partei sagt.“

„Versucht einfach daraus zu lernen. Versucht, das Ganze ohne Emotionenzu betrachten und analysiert die Situation, um herauszufinden, was ihr in Zukunft anders machen könnt, um euch selbst, euer Produkt oder eure Firma zu verbessern und beim nächsten Mal ein Ja zu erhalten.“

Lasst der anderen Partei genügend Zeit

Hatzistefanis sagt, dass sie nach der Absage eines potenziellen Kunden immer einen Tag abwartet und danach eine E-Mail schreibt, in der sie sich dafür bedankt, dass der Kunde sie als Zulieferer in Betracht gezogen hat. Zudem schreibt sie, dass sie darauf hofft, in Zukunft noch die Chance zu bekommen, sein Geschäftspartner werden zu können.

„Ich sage meistens: Danke für Ihre schnelle Antwort, ich verstehe Ihre aktuelle Lage und dass derzeit eine Zusammenarbeit nicht möglich ist, aber ich würde gerne mit Ihnen im Kontakt bleiben und mich in 12 Monaten nochmal bei Ihnen erkundigen. Ich werde Ihnen meinen Fortschritt präsentieren und hoffe, dass wir erneut über eine Zusammenarbeit sprechen können“, sagt sie.

„Zeit kann einiges ändern“, so Hatzistefanis. „Es ist schwer, aber ihr müsst dem Ganzen genügend Zeit geben und solltet auf keinen Fall vorschnell reagieren.“

Mit ihrer wohlüberlegten E-Mail hat es die Unternehmerin geschafft, dass ihre Produkte in den Regalen von Harvey Nichols landen — ein Luxuskaufhaus in London, das Hatzistefanis ihr „Traumgeschäft“ nennt.

„Ich habe sieben Jahre gebraucht, um es zu schaffen“, so Hatzistefanis. „Es geht in erster Linie darum, hartnäckig zu sein. Ihr werdet immer wieder ein Nein erhalten und mitbekommen, wie euch die Tür vor der Nase zugeschlagen wird. Ihr müsst aber unnachgiebig sein, immer weitermachen und an euch glauben.“