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Russland bald stärkste Volkswirtschaft Europas und fünftgrößte der Welt?…………

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Russland bald stärkste Volkswirtschaft Europas und fünftgrößte der Welt?

 

Grafik: CC0

Wie sich Wladimir Putin die wirtschaftliche Zukunft seines Landes vorstellt

Nach dem Fall der UdSSR in 1992 drohte Russland unter Jelzin (1991-2000) ein Dritte Welt-Staat zu werden. Putin brachte die Wende. Auf der letzten Pressekonferenz gab er an, Russland werde bald, noch vor Deutschland, fünfstärkste Volkswirtschaft der Welt werden. Das nach der Kaufkraftparität (PPP) gerechnete Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich seit 2000 mehr als verdreifacht. Auch andere volkswirtschaftlichen Indikatoren konnten sich deutlich verbessern. Nach PricewaterhouseCoopers wird Russland Deutschland 2030 als die stärkste Wirtschaft Europas ablösen und die Führerschaft nicht mehr abgeben. Wie realistisch ist dieses Szenario? Was sind die Risiken, was die Chancen dieser Prognose? Ist es denkbar, dass dieses Überholungsmanöver sogar früher gelingt?

Kapitalismus „von oben“ funktioniert, Volkswirtschaft geht vor Betriebswirtschaft

Daran kann zunächst gezweifelt werden. Denn die staatlichen Eliten sind wenig am betriebswirtschaftlich und renditeorientierten „Kapitalismus von unten“ interessiert. Die Apparatschiks der Neuzeit fürchten aus Angst vor Machtverlust diese fremde ökonomische Denkweise und lassen eine Demokratisierung der Wirtschaft nur zögerlich zu. Politiker und Verwalter sind bekanntlich keine Manager. Mittelstand und Existenzgründungen werden kaum gefördert, Korruption und Rechtsunsicherheit bleiben weiterhin stark präsent, die Konsumgesellschaft steckt noch in den Kinderschuhen.

Ungeachtet dieser Mängel feiert der russische „Kapitalismus von oben“ auf dem Weltmarkt nicht nur beim Rüstungsexport punktuelle Erfolge, sondern auch in der Raumfahrt oder beim Bau von Kernkraftwerken. Ohne die russischen Sojuz-Raketen könnte unser Astro-Alex nicht zur ISS fliegen. Umgekehrt wird man im Forbes-Ranking der globalen Konsumgüter- und Dienstleistungskonzerne keine Russen finden. Der hiesige Staatskapitalismus ist vielmehr vergleichbar mit den erfolgreichen Emerging Markets, wie China oder Vietnam, die allerdings mehr „Kapitalismus von unten“ zulassen. Keinesfalls ähnelt er einem Rentierstaat (OPEC- und Golfländer), der primär von Rohstoffexporten „lebt“. Russland verfügt über eine breite Produktionsbasis und konnte dank dieser Diversifikation trotz Ölpreisverfall und Westsanktionen die Krise von 2015/2016 wirtschaftlich besser überstehen als z.B. Saudi-Arabien.

Russische Großkonzerne (Gazprom, Lukoil, Rosneft, Sberbank) in den Schlüsselsektoren Öl/Gas, Banken und Bergbau befinden sich mehrheitlich im Staatsbesitz. An Gazprom, dessen Aktie an Westbörsen notiert sind, besitzt der Staat 50,1%. Der Multi spielt in der russischen Wirtschaft eine hyperaktive Rolle nicht nur in ordnungspolitischen Fragen (Subventionen, Regulierungen, Staatsaufträge), wie viele seiner Pendants im Westen. In sicherheitsrelevanten Wirtschaftsbereichen ist der Unterschied zum Westen nur marginal.

Auch hat der junge Staatskapitalismus viel weniger Berührungspunkte mit dem Turbokapitalismus als die osteuropäischen EU-Neulinge, die heute kleine Wirtschaftswunder feiern dürfen. Viel Gemeinsamkeit mit Westeuropa gibt es dagegen bei der Unternehmensfinanzierung aus Gewinnen und Bankkrediten. Die im Vergleich zur Realwirtschaft unterentwickelten Kapitalmärkte bringen einige Vorteile: Sie schützten die Russen – denen vereinzelte Bankkrisen nicht unbekannt sind – vor den extremen Auswüchsen der Börsen, des Investmentbankings, der Hedgefonds und vor den Milliarden für Bankenrettungen.

In betriebswirtschaftlicher Hinsicht bringt der Staatkapitalismus allerdings viele Nachteile mit sich. Das Denken in Produktions- statt in Gewinnkategorien – in Sowjetzeiten als „Tonnenideologie“ bekannt – bleibt noch stark verbreitet. Großkonzerne der Rohstoff- und Energiewirtschaft arbeiten wegen fehlendem Wettbewerb ineffizient und erwirtschaften nur dünne Margen. Die Folge sind Misswirtschaft, extreme Kosten, (Energie-)Vergeudung, Innovationsmangel und ein schwach ausgeprägtes Leistungsprinzip. Ob der hier als Musterbeispiel oft zitierte überteuerte russische Straßenbau ein Mythos sei oder nicht, soll dahingestellt bleiben. Dennoch scheint summa summarum die These, die westlichen Sanktionen hätten den Russen geholfen mehr betriebswirtschaftlich zu denken (Stichwort Importsubstitution) nicht ganz falsch zu sein.

Beim BIP Deutschland 2017 fast eingeholt – Überholen in fünf Jahren wahrscheinlich?

Kann ein Land mit so vielen Defiziten das moderne Deutschland bald wirtschaftlich ein- und überholen? Wenn vielen Beobachtern Deutschland wesentlich reicher als Russland vorkommt, so hat der richtige Befund zwei Gründe. Zum einen muss das BIP pro Kopf aufgrund der um 77% höheren Bevölkerungszahl Russlands dort um den gleichen Prozentsatz niedriger ausfallen. Die Deutschen besitzen zudem 12 bis 15 Mal mehr Vermögen, dass sie in Zeiten des Wirtschaftswunders in der Nachkriegszeit akkumuliert haben und das den Russen während der sowjetischen Misswirtschaft zu bilden versagt blieb.

Andererseits ist der in absoluten Größen gemessene deutsche BIP-Vorsprung auf der Kaufkraftparitätsbasis (PPP) mit 4,17 Bill. USD (5. Platz in der Welt) gegenüber 4,01 Bill. USD (6. Platz) in 2017 denkbar gering. Diese vom IWF für Länder mit unterschiedlichen Preisstrukturen entwickelte Berechnungsmethode liefert ein objektives Leistungsbild eines Landes und fördert interessante Ergebnisse zutage. Zum Beispiel, dass China die USA beim BIP mit 23,2 Bill. USD von der Weltspitze verdrängt hat. Würde demgegenüber nach der konkurrierenden USD-Methode (Basis: US-Preise) gerechnet, ergibt sich für die Schwellen- und Entwicklungsländer ein verzerrtes Bild. Russland fällt hiernach sechs Plätze zurück und liegt mit 1,53 Bill. USD in 2017 sogar hinter Kanada und Südkorea (!).

Wachstumspotentiale vorhanden, deren Umsetzung bis 2030 aber ungewiss

Allein mit den bescheidenen Wachstumsraten wird die Ein- und Überholung Deutschlands kaum gelingen. Laut Prognosen soll das Land bis 2020 mit Jahresraten von unter 2%, ähnlich stark wie Deutschland, wachsen. Es sei denn, wir geraten durch den drohenden Handelskrieg in eine langjährige Konjunkturflaute. PwC untersucht den Zeithorizont bis 2030, sodass in der Dekade 2021-2030 noch viel passieren kann.

Es kommt also darauf an, ob es Russland gelingt, seine vorhandenen materiellen und finanziellen Potentiale zu aktivieren. Die Zeichen stehen per Saldo gut, wenngleich viele Kennzahlen und kontroverse Trends den Beobachter verwirren.

Hierzu folgender Kurzbericht: Das Industrieland diversifiziert und modernisiert seine Wirtschaft nur langsam. Der BIP-Anteil der Dienstleistungen stagniert seit Jahren bei 65%. Die Regierung konzentriert sich, wie zu Sowjetzeiten, auf die Beseitigung langfristiger Wachstumsbremsen und weniger auf die Förderung der Konsumwirtschaft. Im Fokus stehen Großprojekte im Bereich der Infrastruktur, zu denen, heute wie damals, westliche Konzerne eingeladen werden. Wesentlich günstiger gestaltet sich die finanzielle Basis. Zu den trotz Sanktionen und Ölpreisflauten auf 462 Mrd. USD aufgestockten Devisen- und Goldreserven kommen jährlich gut 100 Mrd. USD Handelsbilanzüberschuss (2017 weltweit Platz 3) zu. Auch die sanktionsbedingte Zuwendung zu China, der Türkei und dem Iran wird die außenwirtschaftliche Position Russlands begünstigen. Das Wirtschaftsklima ist gut. Nach dem IWF 2018 verbesserte sich das Land beim Indikator Doing Business um fünf Stellen und liegt mit Platz 31 schon vor Belgien und Italien.

Die Risiken der Entwicklung

Die größte ordnungspolitische Schwachstelle bleibt der fehlende „Kapitalismus von unten“. Das Land besitzt kaum kapitalistische Tradition (kurze Industrialisierungszeit, keine Unternehmer von Weltrang) und das Arbeitsethos soll nicht das Beste sein. Dem Regime ist das letzte Manko aufgefallen und es versucht mit materiellen Incentives (Wohnungsbau, soziale Absicherung) ein „soziales Herz“ zu zeigen. Mit zwei Stabilisierungsfonds, die aus einem Teil der Exporteinnahmen aus Öl und Gas gespeist werden, sorgt der Staat für die Zukunft vor. Moskauer Eliten ist es nicht entgangen, dass auch die Russen als Volk langsam „aussterben“, wenn keine freundliche Familienpolitik betrieben wird. Die zu Jelzins Zeiten stark rückläufige Einwohnerzahl konnte sich bei 145 Millionen stabilisieren. Vielleicht machen es die Russen so wie die Chinesen und öffnen die Börse für Kleinanleger und Existenzgründer durch mehr Neuemissionen und Privatisierungen. Kapitalismus macht bekanntlich erfinderisch und stärkt den Unternehmensgeist.

In jüngster Zeit taucht die Gefahr eines neuen Rüstungswettlaufs auf, den sich Russland angeblich nicht leisten kann. Dies ist fraglich. In Sowjetzeit ging dieser bei einer Armeestärke von 3 Millionen Soldaten und einer teuren Doktrin des „Revolutionsexports“ mit einem Ressourcenentzug in anderen Wirtschaftszweigen einher. Viele würden ihn heute im kapitalistischen Russland mit einer Million Soldaten und dem Primat der erhöhten Waffentechnologie eher als ein Konjunkturprogramm sehen.

Ölpreiszerfall hin, Wettrüsten her, Russland wird seinen Weg des – noch extensiven Wachstums – fortsetzen, egal ob wir das Putin-System mögen oder hassen. Das Land gegenwärtig noch als einen wirtschaftlichen Zwerg und einen militärischen Riesen (Helmut Schmidt „Obervolta mit Atomraketen“) zu sehen, entspricht nicht mehr der Realität. Auch wenn der Vergleich bevölkerungsbedingt ein wenig hinken mag, der 1979 durch Deng Xiaoping initiierte Aufstieg Chinas zur rotkapitalistischen Wirtschaftsmacht wurde im Westen ebenso lange Zeit ignoriert.(Viktor Heese)

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