Die Rentenansprüche von Beamten sind deutlich höher als die von Angestellten. © dpa Die Rentenansprüche von Beamten sind deutlich höher als die von Angestellten.Eine Untersuchung bestätigt, dass Beamte im Alter deutlich besser versorgt sind als Angestellte. Die SPD will deshalb die betriebliche Altersvorsorge stärken.

Der Blick in die soziale Wirklichkeit bestätigt alte Vorurteile, was die privilegierte Stellung von Beamten und Freiberuflern in der deutschen Altersversorgung betrifft. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag des Arbeitsministeriums und der Rentenversicherung erstellten repräsentativen Erhebung. Demnach sind Beamte im Alter deutlich besser versorgt als Angestellte.

Einige der zentralen Ergebnisse: Beamtinnen verfügen aktuell in Westdeutschland mit Anfang/Mitte 40 bereits über einen durchschnittlichen Versorgungsanspruch von mehr als 1.000 Euro im Monat. Die männlichen Beamten dieser Altersgruppe haben sich sogar bereits über 1.200 Euro „erdient“.

Dagegen sieht es bei den Angestellten, die 2016 zwischen 40 bis 44 Jahre alt waren, noch ziemlich mau aus. Frauen dieser Altersgruppe kommen auf einen mit Beiträgen erworbenem Rentenanspruch von nur 480 Euro, Männer auf 520 Euro im Monat. Dabei haben sie nicht selten bereits 25 Jahre Berufsleben hinter sich.

Die Angestellten in der Altersgruppe 55 bis 59 blicken zwar immerhin auf eine Rentenanwartschaft von 730 bzw. 1.000 Euro. Doch bei den Beamten im gleichen Alter sind es 2.120 bzw. über 2.200 Euro – also deutlich mehr als doppelt so viel.

Dabei fallen die Unterschiede zwischen Beamtenversorgung und Rentenansprüchen in Ostdeutschland noch drastischer aus: Die befragten Männer mit Beamtenstatus kommen hier im Alter 55 bis 59 auf einen Pensionsanspruch von durchschnittlich 2.500 Euro. Angestellte hingegen haben wenige Jahre vor ihrem Rentenbeginn nur durchschnittlich 952 Euro Rentenanspruch. Allerdings war hier die Zahl der erfolgreich befragten Beamten zu gering, um ein repräsentatives Bild der Verhältnisse zu gewinnen.

Freiberufler sind fast gleichauf mit den Beamten

Vergleichbar gut wie Beamte sind allein die Erwerbstätigen aufgestellt, die wie Ärzte, Anwälte und Ingenieure in einem eigenständigen berufsständischen Versorgungswerk versichert sind.

Hier kommen die Frauen im Alter von Anfang bis Mitte 40 in Westdeutschland auf Versorgungsansprüche von 821 Euro. In der Altersgruppe 55 bis 59 sind es bereits fast 1.500 Euro. Und auch hier haben die Männer ähnlich wie bei den Beamten mit Ende 50 deutlich höhere Ansprüche als die Frauen.

Die Männer der Altersgruppe 40 bis 44 liegen noch mit 890 Euro erarbeiteter Anwartschaft im Durchschnitt recht nahe bei den Frauen (821 Euro). Doch die Männer haben mit Ende 50 ihre Kolleginnen weit hinter sich gelassen – mit einem durchschnittlichen Versorgungsanspruch von 2.200 Euro im Monat.

Grund dafür ist vor allem, dass ihre Berufskarriere meist stetiger und oft steiler verläuft als die der Frauen.

Warum Pensionen höher sein dürfen als Renten

Rentenexperten der Parteien warnen angesichts der Daten aber vor falschen Neiddebatten in Richtung Beamte. Am besten beenden ließen die sich aber durch eine Rentenversicherung für alle, sind sich zumindest Grüne und Linke einig.

Die Studienautoren weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass sich die Beamtenversorgung in ihrem Design grundsätzlich von der gesetzlichen Rente unterscheidet und gewisse Unterschiede daher auch gerechtfertigt sind.

Denn während die Rente für die Angestellten nur ein Bestandteil eines „Drei-Säulenmodells“ aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung und privater Vorsorge sei, handele es sich bei der Beamtenversorgung um ein sogenanntes bifunktionales System. Die Betriebsrente sei hier quasi inklusive. Dies gilt ähnlich für berufsständische Versorgungswerke.

Doch, auch wenn man die Betriebsrenten berücksichtigt, bleiben Beamte deutlich im Vorteil: Der durchschnittliche Betriebsrentenanspruch der 55 bis 59 Jahre alten Angestellten liegt bei 240 bzw. 413 Euro (Männer) im Monat. Über ein Viertel hat aber auch mit 59 noch keinerlei Zusatzversorgungsansprüche, muss also im Alter alleine mit der Rente zu Recht kommen.