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Fusion der Landesbanken: Sparkassen favorisieren Auffanglösung………………..

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Fusion der Landesbanken: Sparkassen favorisieren Auffanglösung

 NEWS 30.01.2019 Immobilienfinanzierung
Landesbanken-Fusion: Sparkassen favorisieren Auffanglösung

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband will am kommenden Donnerstag (31. Januar) grünes Licht für ein Angebot geben, wie der NDR berichtet. Dann kommen die NordLB-Träger zusammen, um über das Angebot der Finanzinvestoren sowie über eine mögliche Auffanglösung der Sparkassen zu beraten.

Die privaten Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge sollen jeweils für einen Anteil von 24,9 Prozent an der NordLB geboten haben, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schreibt. Dieses Angebot sei vorteilhafter als das sich abzeichnende Konkurrenzangebot der Sparkassengruppe, heißt es in dem Kommentar. Cerberus kontrolliert bereits gemeinsam mit anderen Investoren bereits die HSH Nordbank. Dafür wurde eine Milliarde Euro locker gemacht.

NordLB-Chef will zügige Entscheidung

NordLB-Chef Thomas Bürkle hatte am vergangenen Wochenende eine baldige Grundsatzentscheidung angekündigt. Man sei auch weiter offen für eine öffentlich-rechtliche Lösung. Niedersachsen hält knapp 60 Prozent an der NordLB, Sachsen-Anhalt etwa sechs Prozent. Weitere Eigentümer sind Sparkassen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Die NordLB mit Sitz in Hannover benötigt Finanzkreisen zufolge rund 3,5 Milliarden Euro. Die Bank musste zuletzt erneut wegen des schwierigen Geschäfts bei der Schiffsfinanzierung Milliardenverluste hinnehmen. 2017 hatte die Bank deshalb wohl sogar einmal über den Verkauf der Deutschen Hypo nachgedacht, obwohl die Immobilientochter Gewinne bringt und mit einem Finanzierungsportfolio von 12,1 Milliarden Euro zu den zehn größten Kreditgebern für Gewerbeimmobilieninvestoren in Deutschland gehört.

Opposition: „Es darf kein weiteres Steuergeld in die Bank fließen“

Der finanzpolitische Sprecher der Oppositions-Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im niedersächsischen Landtag, Stefan Wenzel, hält das Angebot der Hedgefonds für „eine vergiftete Pille“. Offiziell bislang nicht bestätigten Berichten zufolge, fordern die Anleger zum einen den Verbleib der NordLB im Haftungssystem der öffentlich-rechtlichen Sparkassen-Finanzgruppe und verlangen zum anderen, dass das Land Pensionslasten von rund 1,5 Milliarden Euro übernehmen soll.

„Es kann nicht sein, dass das Land möglicherweise Milliardenbeträge bewegt und die Entscheidungen werden dem Landtag anschließend zur Kenntnis gegeben“, ergänzt der finanzpolitische Sprecher und Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Christian Grascha. Das Risiko für den Steuerzahler müsse reduziert werden: „Es darf kein weiteres Steuergeld in die Bank fließen.“

Der niedersächsische Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers (CDU) sieht die Offerte der Finanzinvestoren positiv. Das zeige, dass die Landesbank gutes Potenzial habe. „Zugleich forciere ich weiterhin die Gespräche mit dem öffentlich-rechtlichen Sektor“, sagte Hilbers gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Richard Haimann: Politik und Sparkassen-Finanzgruppe wollen Super-Landesbank schaffen

Hinter den Kulissen arbeitet die Sparkassen-Finanzgruppe mit den Eignern der NordLB daran, die Landesbank in öffentlich-rechtlichem Besitz zu halten, schreibt unser Autor Richard Haimann exklusiv in der Februar-Ausgabe der „Immobilienwirtschaft“.

Es gehe darum, eine „Super-Landesbank zu schaffen“, schildern demnach übereinstimmend mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen. Angedacht sei eine Verschmelzung der NordLB mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und der baden-württembergischen LBBW – wobei möglicherweise noch die Berlin Hyp mit ins Boot genommen werden könnte. Damit würde der mit Abstand größte Immobilienfinanzierer am deutschen Markt entstehen.

Nach einer Studie der Immobilienberatungsgesellschaft JLL ist die Helaba mit einem Bestand an Gewerbeimmobilienkrediten von 33,9 Milliarden Euro derzeit die Nummer zwei nach der DZ Hyp mit 43,3 Milliarden Euro. Die LBBW liegt auf Platz fünf mit 24,6 Milliarden Euro. Würde die NordLB mit Deutsche Hypo, Helaba und LBBW zusammengeführt, entstünde ein Gigant mit einem Immobilienkreditportfolio im Gesamtwert von 70,6 Milliarden Euro. Käme auch noch die Berlin Hyp hinzu, würde die Gesamtsumme der Kredite im Bestand sogar um weitere 21 Milliarden Euro auf 91,6 Milliarden Euro anwachsen.

Szenario: Beteiligung der privaten Investoren an der NordLB

Auch wenn die Pläne für eine „Super-Landesbank“ am Ende scheitern, schreibt Autor Haimann, und stattdessen die US-Investoren zum Zug kommen sollten, würde der Konzentrationsprozess am Immobilienfinanzierungsmarkt weitergehen – wenn auch in kleinerem Stil.

Die auf Übernahmen und Beteiligungen spezialisierte Private-Equity-Gesellschaft Apollo hat seit 2014 bereits vier deutsche Banken gekauft und zusammengeführt: Die Bremer Kreditbank, das ebenfalls in der Weserstadt ansässige Bankhaus Neelmeyer und zuletzt in diesem Jahr die Oldenburgische Landesbank sowie die Wüstenrot Bank in Ludwigsburg. Als Unternehmenssitz hat sich der börsennotierte Investor mit einer Marktkapitalisierung von mehr als fünf Milliarden Euro eine nur 5.391 Einwohner zählende Kleinstadt im US-Bundesstaat New York mit bezeichnendem Namen ausgesucht: Purchase – zu deutsch: Kauf.

Cerberus wiederum hat mit der gerade erfolgten Übernahme der HSH Nordbank den achtgrößten deutschen Gewerbeimmobilienfinanzierer mit einem Gesamtkreditbestand von 14 Milliarden Euro unter seine Fittiche gebracht. Würde die NordLB mit der Deutschen Hypo noch hinzukommen, könnten die New Yorker den immerhin viertgrößten Gewerbeimmobilienfinanzierer Deutschlands mit einem Kreditportfolio im Gesamtwert von 26,1 Milliarden Euro schmieden. Zudem hält Cerberus mehr als fünf Prozent der Aktien an der Commerzbank und 35,1 Prozent der Anteile an der Bawag Group, der viertgrößten Bank Österreichs. Diese wiederum übernahm im vergangenen Jahr die Südwestbank in Stuttgart mit deren Immobilieninvestmenttochter SWB Immowert und im September 2017 die Deutsche Ring Bausparkasse in Hamburg.

Egal, wer am Ende die NordLB in seine Finger bekommt: Projektentwickler und Immobilieninvestoren sorgen sich nicht nur darum, dass Banken durch Zusammenschlüsse höhere Zinsforderungen zugunsten ihrer eigenen Marge am Markt durchsetzen könnten, so Haimann im Fachartikel. Ihnen stellen sich auch Fragen zu operativen Themen.

  1. Auf welche Veränderungen müssten sich Bauträger einstellen, die derzeit bei mehreren der demnächst fusionierenden Geldhäuser Kredite aufgenommen haben?
  2. Bleibt das Maximalvolumen der Darlehensvergabe je Kunde nominal in gleicher Höhe bestehen, oder wird dieses aufgrund der dann deutlich erhöhten Bilanzsumme der Bank kumuliert?
  3. Und: Sollte Letzteres der Fall sein, zu welchen Konditionen könnten betroffene Unternehmen dann Finanzierungen von anderen Kreditinstituten erhalten?

Den vollständigen Artikel von Richard Haimann zum Konzentrationsprozess der Landesbanken und den Auswirkungen auf die Immobilienfinanzierung lesen Sie in der der Zeitschrift „Immobilienwirtschaft“  Ausgabe 02/2019.

                                                                                                                   Vollständiges Impressum

 

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