Die EZB bleibt locker, sagte ein Börsenkommentator. Eigentlich macht sie den Leuten da draußen klar: das mit höheren Zinsen wird erst mal nix. Und auch nicht mit einer Normalisierung der Geldpolitik. Sie bleibt übersetzt: Gefangen im Krisenmodus.

Alles, was uns bei der Einführung des Euro versprochen wurde, kam anders. Der Euro sollte so stark bleiben wie die D-Mark. Erzählt wurde uns auch, die eigentliche Aufgabe der EZB sei die Erhaltung der Geldwertstabilität. Sonst nix. Gar nix! Dabei bedeutet diese vermeintliche Geldwertstabilität, dass am Ende eines Jahres der Euro planmäßig zwei Prozent seiner Kaufkraft verloren hat. Tolle Stabilität! Die Götter hatten viel zu lachen und es kam auch immer wieder etwas dazwischen.

Seit fast einem Jahrzehnt hält die EZB auch ganz im Eigeninteresse den Euro zusammen. Scheitert er, bräuchte man auch keine EZB mehr. Der Euro war, ist und bleibt eine Kunstwährung, die ohne Dauerrettung zusammengefallen wäre. Wie immer, wenn die Politik große Pläne gegen den Markt hat, wird es anschließend teuer, der Schaden größer. Was wäre die Alternative? Und ich wette, die Mehrheit der Leute hätte daran kein Interesse.

Eine große Zeitung titelte in der letzten Woche, Graf Draghila würde durch seine Nullzinsen die Konten leer saugen. Das ist natürlich Quatsch. Die EZB hat nur den Zins ausgeschaltet, weil dieser nicht mehr zu den hohen Schuldenbergen passt.

Die Botschaft an die Sparer ist, sich von alten Gewohnheiten, sprich, sich von Sparbuch, Spar – und Festgeld und dem Herkömmlichen zu trennen. In Italien hat man die Lira auch nicht gespart, sondern ausgegeben bzw. sie in etwas Besseres und Dauerhafteres getauscht, solange sie noch etwas wert war – beispielsweise Immobilien und Aktien.

Auch Goldschmuck stand dort immer hoch im Kurs. Die Italiener wussten mit ihrer schwachen Währung umzugehen. Die Deutschen werden das noch lernen müssen. Das Lehrgeld beträgt einige Milliarden Euro im Jahr. Wir haben hierzulande nicht dieses schöne italienische Wetter und auch im Kochtopf sieht es anders aus. Aber wir haben italienische Finanzverhältnisse.

Der Euro ist im Grunde genommen nichts anderes, quasi die neue Lira, oder nennen Sie die Währung wie Sie wollen – auch wenn das die Deutschen immer noch nicht glauben wollen. Ist man aber der EZB ganz hilflos ausgesetzt? Nicht ganz. Es gibt bessere Währungen, und damit ist nicht der US-Dollar gemeint.

Es ist schon doof, wenn man heute etwas Geld zur Seite legt, was man erst in 20 oder 30 Jahren verbrauchen will. Denn was man heute nicht ausgibt, muss man später nicht erarbeiten, wobei eines klar ist: Mehr wird es nicht. Der Zins ist abgeschafft. Die Inflation schlägt zu. Was nun?

Die Zahl auf den Geldscheinen wird immer die Gleiche bleiben, nicht aber die Kaufkraft. Der Euro taugt zum Bezahlen und Ausgeben, aber nicht zum Sparen. Man wird wohl nicht drum herum kommen, sich langsam mal mit dem Thema Börse und Aktien – oder Fondssparen zu beschäftigen. Danke, EZB! Darauf eine Vermögenssteuer!